Wirkung auf das Bindegewebe

Ein zentraler Fokus in der Körperarbeit ist das elastische und straffe Bindegewebe, das in Form von Faszien, Ligamenten, Kapseln usw. alle Strukturen im Körper verbindet und umgibt. Es unterliegt einer steten Sol-Gel-Aktivität, Thixotrophie genannt: bei Energiezufuhr wird es flüssiger, in Ruhe verfestigt es sich. Hauptursache dafür sind Wasserstoffbrücken, die die Collagenmoleküle zu Fasern formen und so das Ausmaß der Zugfestigkeit bestimmen.
Durch Energiezufuhr werden diese Wasserstoffbrücken gespalten und das Gewebe flüssiger, d.h. elastischer gemacht. Diese Energie wird in Form von Wärme, Bewegung und intensivem Stoffwechsel zur Verfügung gestellt.

Durch mangelnde Bewegung bei vorwiegend sitzender Lebensweise, Durchblutungsstörungen des Gewebes oder chronischen Verspannungen fehlt den Collagenfasern diese Energiezufuhr und es kommt zu Ballungs- und Klebevorgängen: Muskelfaszien verkleben miteinander, Sehnen verbinden sich mit ihren Sehnenscheiden, die Bewegungsspielräume der Strukturen verengen sich zunehmend und feine Beweglichkeiten gehen verloren.
Dieser Prozess der Versteifung und Verhärtung bindegeweblicher Strukturen, der auch Teil des Alterungsprozesses ist, kann in zunehmendem Maße auch beim jungen Erwachsenen festgestellt werden.
Mit Bewegung, Druck und Wärme können geschulte Hände gezielt auf verhärtete Strukturen einwirken und die Elastizität durch Erhöhung des Energieniveaus wieder herstellen.